BTS Neustadt baut auf finanzielle Hilfe – Weser Kurier 05.04.2020

|Sonntag 5. April 2020

BTS Neustadt baut auf finanzielle Hilfe

Mitarbeiter sollen in Kurzarbeit

Bremen. Bislang ist die BTS Neustadt von einer Vielzahl an Kündigungen verschont geblieben. Vereinzelte Androhungen habe es zwar gegeben, doch der Zusammenhalt innerhalb der 1600 Mitglieder des Vereins sei groß, sagt Sabine Brandt. „Und wer austreten will, den kann man sowieso nicht halten“, weiß die Geschäftsführerin. Einige hätten ihren Mitgliedsbeitrag zurückgefordert, doch die Anzahl derer sei gering. Dennoch sprengen die Folgen des Coronavirus bislang alles, was Brandt in ihren 20 Jahren, die sie im Amt ist, erlebt hat. „Wir brechen in der Geschäftsstelle gerade unter der Arbeit zusammen“, sagt die 51-Jährige.

Über 40 Jahre ist Sabine Brandt schon Mitglied in der Bremer Turn- und Sportgemeinde (BTS) Neustadt. Vom Kunstturnen über Badminton ist sie nun im Gesundheitssport aktiv – sowohl privat als auch als Trainerin. Besonders von älteren Sportlerinnen und Sportlern kämen nun Rückmeldungen, wie sehr ihnen die Kurse fehlen würden. „Der virtuelle Sport ist nichts für die ältere Generation“, weiß Brandt. Bei der Digitalisierung sei es deshalb wichtig, die Senioren nicht zu vergessen. Überhaupt sei die Digitalisierung, gerade in Zeiten von Homeoffice und Trainingskursen im Internet, das Thema der Zukunft. „Da brauchen wir als Verein bei der Umstellung auf jeden Fall Unterstützung. Was brauchen wir für die Digitalisierung und wie können wir alle Mitglieder mitnehmen“, fragt Sabine Brandt in Richtung der Verbände und Politik. Von der Politik sei man auch auf finanzielle Hilfe angewiesen. Die BTS Neustadt hat zum

1. April den Antrag auf Kurzarbeitergeld für ihre zehn fest angestellten Mitarbeiter gestellt. Die Einnahmen des Vereins sind nahezu komplett weggebrochen.

Keine Miete für die beiden Hallen, dazu bleiben die rund 400 Teilnehmer aus den Sportkursen fern. „Einige zahlen aus Solidarität trotzdem, dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Brandt. Der vom Bremer Senat vorgesehene Schutzschirm für Sportvereine in Höhe von einer Million Euro sei deshalb immens wichtig. An die Zeit nach der Corona-Pandemie hegt die 51-Jährige indes große Hoffnungen. „Ich hoffe, dass wir im Verein näher zusammenrücken, mehr Menschen ein Ehrenamt übernehmen und die bürokratischen Hürden in Zukunft nicht mehr so hoch sind.“ Dass die BTS Neustadt die Krise übersteht, davon ist Sabine Brandt aber überzeugt.